Convective Outlook 20.07.2016

deutsche Outlook-Kurzfassung (aufklappen)
CategoricalHeavy RainHailWind GustsTornado

Risk Area (sq. km) Population Larger Cities in Risk Area
20 % 675.883 94.888.203
50 % 433.026 120.283.549
Severe Threat 1 169.910 65.748.556
Severe Threat 2 18.400 8.702.991

bei Fragen zu den
Convective Outlooks hilft unsere
Forecast FAQ

 

A Severe Threat 2 has been issued for e Netherlands and extreme NW Germany mainly for large hail, excessive precipitation and to a lesser degree for severe wind gusts

 

A Severe Threat 1 surrounds the Severe Threat 2 mainly for medium-size to locally large hail, excessive precipitation and severe wind gusts

 

A Severe Threat 1 has been issued for N Spain and S France mainly for large hail

 

Synoptic Setup

A deep vortex south of Iceland remains stationary during the forecast period, while a cut off takes place over Eastern Europe. In-between, ridging at first strengthens from N Africa over Spain to Germany. On Wednesday, the ridge gets gradually narrow, and synoptic forcing from the Atlantic-Vortex can easily encroach on wrn and crtl Europe. Within a subtropical airmass at lower levels, an active day concerning convection is expected primarily over Germany and Be-Ne-Lux.

Mesoscale Discussion

…N-France, Be-Ne-Lux and NW Germany…

The most prominent feature will be a secondary trough/PV anomaly, that pivots from GB to the North Sea on Wednesday. As it interacts with a lower positive theta-anomaly over S England, the PV Thinking teaches, that baroclinic development occurs. The resulting sfc cyclone encourages the LL transport of a moist and hot airmass mainly to N France and the Be-Ne-ux countries. Here, sfc temperatures around 35 °C and mixing rations near 15 g/kg are forecast. The highest moisture will be concentrated in the wake of a moisture flux convergence, that ranges from the the centre of LL cyclone over GB to the south-east, as indicated by a tight and linear theta-e maximum. Within a moderate SWly diffluent mid level flow, an EML is advected over the moist boundary layer, yielding potential instability and ML CAPE of 1000-1500 J/kg. As the WLA caps the instability, CI is suppressed until the early evening. We anticipate the first DMC at the northern part of the convergence somewhere between Antwerpen and the Ruhr. This is by two reasons:

1. The most convenient position of that area relative to the surface low with generally maximized cyclonic stream lines
2. Additional forcing via strong upper lvl divergence at the left exit region of a 300 hPa jet-streak, that stretches from the Pyrenees to W Germany

All in all, there is a substantial overlap of all three ingredients over the highlighted area. Besides this fact, shear conditions are not that favourable with 0-6 km DLS between 15 und 20 m/s, disordered hodographs and only weak pre-storm environmental helicity (0-3 km ~ 100 J/kg).
Hence, we expect mostly multicellular storms, but also a supercell is possible, primarily at the tail end of a developing cluster. Large hail up to 5 cm is the dominant hazard in any well organized storm and will be most likely near the German border. Later on, as storms may cluster into a more ore less organized system, the threat switches to severe wind gusts (delta theta-e around 24 K) and local flash floods. Due to high cloud bases and low LL helicity/shear, the tornado risk is negligible.
During the night, additional storms may form further to the south over E France and Luxembourg and move into SW Germany. One or two severe reports are possible here as well, but overall severe potential will weaken due to lowering instability.

…N-Spain, S-France…

Steep lapse rates but less pronounced LL moisture result in 500-1000 ML CAPE. With orographic lift and 15-20 m/s DLS, one or two well organized, high-based storms may develop along the Pyrenees in the evening. The main risk will be large hail up to 5 cm.

Model consistency, additional remarks

Besides the fact that CI is likely over N France, Be-Ne-Lux and W Germany, there are still uncertainties concerning instability-amount and the spatial-temporal evolution of the convergence. As GFS tends to overestimate the BL moisture, we think that the predicted 2k J/kg are unrealistic. Nevertheless, we introduced a small Severe Threat 2 over the region where we estimate the best overlap of moisture, lapse rates, deeper lift and wind shear and where a supercell with large hail is most likely.

Chasingbericht vom 23.06.2016 – Superzelle! Superzelle! HEY! HEY!

Am 23.06.2016 stellte sich die erste solide Level-Zwei-Lage für Teile NRWs ein. Grund genug für uns, sich auf den Weg an den Niederrhein zu machen. Die Ursache für das herausgegebene Level 2 (Link zu unserem Convective Outlook) lag in einer klassischen loaded-gun Lage. Das bedeutet, dass vorderseitig eines Troges, der von Grönland bis kurz vor die Azoren reichte, sehr feuchte und zunehmend auch warme bis heiße Luftmassen Deutschland erreichten. Zusätzlich war die Luftmasse ordentlich gedeckelt (leicht erhöhte CIN-Werte und nur geringe Hebungsimpulse), sodass der Tag zunächst freundlich begann. Dennoch starteten insgesamt neun Mitglieder aus allen vier Teams voller Vorfreude und bei bestem Sonnenschein ihre Tour an den Niederrhein. (mehr …)

Chasingbericht vom 09.06.2014

08.06.2014:

Am Vormittag zog ein MCS von Belgien Richtung Nordosten und überquerte West-NRW. Wir verfolgten das Gewitter auf der A43 nach Norden, bis wir nach Dülmen kamen. Die Zuggeschwindigkeit war relativ hoch, weshalb wir kaum Zeit zum Beobachten hatten. Auch als wir dann in Dülmen von der Autobahn abfuhren, hatten wir nur wenige Minuten bis uns das Gewitter erreichte, aber für ein paar Fotos reichte es noch. (mehr …)

5 Jahre Sturmjäger NRW – Geschichte und etwas mehr

5 Jahre Sturmjäger NRW sind nun Geschichte. Zeit für uns ein wenig zurückzublicken und auf unsere Entwicklung und andere Dinge zu schauen.
Eigentlich begann unsere Historie bereits im Jahr 2010. Da wir zu diesem Zeitpunkt aber noch ohne Homepage etc. unterwegs waren, betrachten wir 2011 als unser Entstehungsjahr.
Nichtsdestotrotz möchten wir Euch das erste jemals von uns gemachte Fotos eines Gewitters nicht vorenthalten. Entstanden ist dieses Foto am 14.07.2010 zwischen Krefeld und St. Tönis.

 

 

Zu Anfang der Sturmjäger NRW (damals noch mit dem Namen Stormchaser West-NRW) waren nur 4 Freunde, die eine Begeisterung für die Fotografie und eine Faszination für das Wetter hatten, unterwegs. Hier verbleibt aktuell Daniel B. als einziges Gründungsmitglied.
Beweggründe Sturmjäger zu werden waren Filme wie „Twister“ oder Dokumentationen wie „Verrückt nach Tornados“. Speziell nach der letztgenannten Doku wurde das Verlangen größer, auch in Deutschland Sturmjäger zu sein. Und da man als begeisterter Hobbyfotograf sowieso schon eine Kamera hatte, warum also nicht beides verbinden ?
Die Intention hörte sich zu Beginn sehr einfach an, stellt sich für Unerfahrene aber schon recht schnell als sehr schwierig heraus. Es war daher sinnvoll sich zunächst sowohl über Dinge zu informieren, die bei diesem Hobby wichtig sind, als auch zu schauen, was in der deutschen Szene der Sturmjäger so läuft. Aufgrund diverser anfänglicher Erfahrungen haben wir für uns sehr schnell entschieden, unseren eigenen Weg zu gehen. Auch das plumpe Fotografieren von Gewittern als einzige Aufgabe war uns schnell zu wenig. Sehr früh hatten wir die Absicht auch irgendetwas in Richtung Forschung o.ä. zu unternehmen. Diese Chance bot sich glücklicherweise wenige Jahre später. Mehr dazu im Verlauf dieses Artikels.
Das größte Problem zu Anfang war sicher die Unerfahrenheit hinsichtlich meteorologischer Abläufe und die daraus resultierende Gefahreneinschätzung. Glücklicherweise gibt es genügend Online-Quellen bei denen man sich entsprechendes Wissen aneignen kann, denn es war unser stetiges Bestreben in fachlicher Hinsicht dazuzulernen. Außerdem wird jeder Unerfahrene irgendwann zum Erfahrenen. Dies hielt uns also nicht davon ab, unseren gewünschten Weg zu gehen.
Die noch fehlende Fachlichkeit wurde im Laufe des Jahres 2011 sehr schnell von Neuzugang Armin hervorragend kompensiert. Armin hatte bereits zuvor in diversen Wetterforen Convective Outlooks veröffentlicht, welche wir uns fortan zu Nutze machten und regelmäßig, neben synoptischen Analysen bei Sturm- und/oder Schneeereignissen, auf unserer Homepage veröffentlichten. Außerdem hat Armin bei einem Praktikum in der Unwetterzentrale schon Einblicke in das professionelle Warnmanagement erhalten können.
Da wir, wie gesagt, von Anfang an nicht die Absicht hatten, als Sturmjäger nur Fotos und Videos zu machen, kam uns diese Neuerung sehr gelegen. Damit schufen wir ebenso eine Abgrenzung, welche man uns zuvor nie zugetraut hatte. Denn nicht nur eine mögliche Forschung sondern auch die Warnung an die Menschen war uns sehr wichtig. Sowohl Vorabwarnungen in Form von Convective Outlooks als auch Akutwarnungen.
Diese Dinge sind und bleiben unsere vorwiegenden Ziele und darauf werden wir uns weiter konzentrieren. Leider gibt es genug andere Beispiele die sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren und eher auf Gewinnspiele oder andere Selbstdarstellung setzen.
Selbstverständlich gibt es für Warnungen auch andere Plattformen aber über den Kanal Facebook (oder auch andere soziale Netzwerke) kann man dies natürlich wesentlich schneller verbreiten. Außen vor muss hier bleiben, dass Facebook ja leider nicht alle Beiträge von Seiten für die Nutzer sichtbar macht.
Wie wichtig Warnungen sind, zeigte vor allem das Pfingstunwetter (KEINE Superzelle, NICHT das Sturmtief Ela sondern ein MCS mit eingelagertem Bow-Echo) im Jahr 2014 auf traurige Weise.

 

Im Jahr 2012 sahen wir einige Mitglieder kommen und gehen. Als Neuzugänge besonders erwähnenswert waren sicher Marvin und Patrick aus dem Sauerland. Damit erweiterten wir unseren Tätigkeitsbereich von bisher ausschließlich West-NRW auch zusätzlich um Südost-NRW.
Fast gleichzeitig begann Armin ein Meteorologiestudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn, was uns zukünftig massive Veränderungen bringen sollte. Näheres hierzu folgt an späterer Stelle.

 

Aufgrund des neuen Teams im Sauerland war unser Name Stormchaser West-NRW nicht mehr wirklich passend. Daher haben wir im Jahr 2013 beschlossen, den Namen auf Sturmjäger NRW zu ändern. Da wir zwischenzeitlich auch noch ein Team im Ruhrgebiet hatten, erschien uns dieser Name passender.
Diese Entscheidung wurde im selben Jahr dadurch gestützt, dass ein weiteres Team hinzukam. Mike und Sebastian B. bildeten ab sofort das Team Rhein-Sieg. Hier zahlte sich Armins Meteorologiestudium zum ersten Mal aus. Mike und Sebastian B. studierten ebenfalls Meteorologie in Bonn und haben hierüber Armin kennengelernt. Gleiches galt für Matthias der das Team Niederrhein verstärkte. Im Sauerland gab es in Person von Sebastian G. ebenfalls Zuwachs.

 

2014 sollte das Jahr mit den gravierendsten Veränderungen werden. Ebenfalls durch unsere Meteorologiestudenten bekamen wir Kontakt zu einem Projekt an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. In diesem Projekt geht es um mobile Messungen mit anschließender Auswertung und Veröffentlichung der Messergebnisse. Hierzu wurde uns vom meteorologischen Institut ein Fahrzeug mit Messgeräten zur Verfügung gestellt.
Hiermit können wir also zum schon lange gewünschten Aspekt Forschung beitragen. Auch Radiosondenaufstiege sind für uns von unterwegs möglich. Näheres zu diesem Projekt und dem Messfahrzeug sowie den Gerätschaften gibt es unter diesem Link zu lesen.
Leider begann die Zusammenarbeit erst nach dem Pfingstunwetter, sodass wir dazu leider keine eigenen Messergebnisse haben.
Eine weitere Neuerung in 2014 bildeten die mesoskaligen Diskussionen. Diese werden bei Bedarf an Tagen von zu erwartenden Unwetterereignissen verwendet um eine konkrete Lageeinschätzung vornehmen zu können.
Ebenfalls seit 2014 bieten wir Wetterkarten des Modells GFS an. Zur Verfügung gestellt wurden uns die Karten von den belgischen Kollegen von stormcell.be mit denen wir seither eine enge Zusammenarbeit pflegen.

Die einzig nennenswerte Änderung im Jahr 2015 betraf unsere Convective Outlkooks, die seitdem nur noch in englischer Sprache veröffentlich werden. Die Beweggründe möchten wir hier nicht erneut thematisieren. Bei Interesse kann dies in unserem Artikel „Unsere Outlooks im Wandel der Zeit“ nachgelesen werden.

 

Angekommen sind wir nun also in unserem Jubiläumsjahr 2016. Ab sofort präsentieren wir uns mit einem weiteren Team, dem Team Rhein-Ruhr bestehend aus den Meteorologiestudenten Aaron, Daniel L. und Yvonne. Komplettiert wird das Team von Hendrik. Als Geographiestudent und Praktikant bei Wetteronline bringt er ebenfalls ausreichend Fachwissen mit.
Außerdem fanden wir die Zeit gekommen, um uns mit einem neuen Logo zu präsentieren.

 

 

Was das Jahr 2016 weiterhin bringt bleibt abzuwarten.

 

Abschließend bleibt uns nur noch einen großen Dank auszusprechen, welchen wir folgendermaßen angehen möchten:

 

Gefällt-Mir-Klicks spielen für uns nur eine untergeordnete Rolle. Selbstverständlich ist es gut, gerade bei Akutwarnungen, soviele Menschen wie möglich zu erreichen, allerdings werdet ihr nicht erleben, dass wir irgendwann für eine runde Zahl von Gefäll-Mir-Klicks einen gesonderten Dank aussprechen. Daher an dieser Stelle (unabhängig von einer runden Gefällt-Mir-Zahl) ein großer Dank für Euer Vertrauen in uns, unsere Vorgehensweise, unsere Warnungen usw. Ohne euch wären wir nicht wer wir sind. Wir denken da z.B. an Meldungen und/oder Fotos von vor Ort, die uns immer sehr weiterhelfen.
Wir können versprechen, dass wir mit ehrlicher Arbeit und hoffentlich immer mit verbessertem Warnmanagement weitermachen um Euch weiterhin vor Gefahren zu warnen.

© Sturmjäger NRW 2011 - 2016


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