Sturmjäger NRW – USA-Trailer 2018 Teil 2

In wenigen Tagen (05.05.18) beginnt unsere Reise in die USA. Zeit für einen finalen Trailer, bevor es nun endlich los geht. Diesmal zeigen wir euch nicht nur Zeitraffer, sondern vor allem Videos, die die Action beim Chasing wiedergeben. Nach dem frühen Start der Gewittersaison 2018 sind nun auch schon Aufnahmen von diesem April dabei. Darunter die Wallcloud der (wahrscheinlichen) Superzelle vom 10.04.18 bei Kierspe so wie Zeitraffer von einem rotierenden Aufwind bei Schmallenberg am 22.04.18

Chasingbericht vom 10.04.2018

Unwetter am 10. April

Heute gab es in NRW die erste sommerliche Gewitterlage des Jahres und so nutzten wir die Gelegenheit für ein erstes Chasing. Bei Kierspe fingen wir eine Zelle ab, bei der sich uns der Blick auf eine lehrbuchhafte Wallcloud bot. Der Aufwind des Gewitters ist dort so stark, dass die kühle Luft aus dem Niederschlagsbereich (rechts) regelrecht hineingesaugt wird. Die kühle und feuchte Luft kondensiert dabei deutlich tiefer als die umgebende warme Luft, was zur Bildung der niedrigen Wallcloud führt. Die ersten 4 Bilder zeigen die Wallcloud bei Kierspe.
Von unserem Standort fuhren wir dann jedoch etwas zu spät los und wir gerieten zum ersten mal in den Niederschlagskern mit Starkregen und Hagel (1-2 cm Durchmesser).
Durch das bergige Gelände war es nun schwierig für uns vor das System zu fahren. Mehrfach sahen wir auf unserer Fahrt eine geschlossene Hageldecke, was das Vorankommen auch nicht grade leichter machte. Bei Ennepetal hatten wir dann Sicht auf den Abwind an der Rückseite (RFD) und die dazugehörige Böenfront. Wir versuchten noch näher an den rotierenden Aufwind heranzukommen, aber durch den zunehmenden Verkehr wurden wir bei Wuppertal wieder vom Niederschlagskern eingeholt. Dort erwartete uns diesmal noch größerer Hagel (bis 3 cm).
Während Regen und Hagel am heftigsten waren bildete zusätzlich noch Nebel, was die Sicht auf unter 5 m sinken ließ. Wir warteten ab, bis die Zelle vorüber gezogen war, aber das Jagdfieber war noch nicht beendet und so fuhren wir weiter nach Essen. Auf der Fahrt sahen wir ein Dauergeflacker, das uns eigentlich nur von Gewittern im Hochsommer bekannt ist.
Zwischen Essen und Mülheim beendeten wir dann das Chasing auf einem Feld, wo wir noch weitere Zellen vorbei ziehen ließen.

Nachfolgend einige Bilder vom gestrigen Tag:


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Neuerungen bei den Convective Outlooks 2018


Ab der Gewittersaison 2018 treten folgende Änderungen bezüglich der Convective Outlooks in Kraft:

1. Größerer Kartenausschnitt

Wie man an der Beispielkarte erkennt, wurde der Ausschnitt der Warnkarte vergrößert. Er umfasst nun im Vergleich zur alten Karte zusätzlich weite Teile Osteuropas, darunter Polen, die Slowakei und Ungarn.

2. Stilistische Neuerungen

Unverkennbar sind auch die stilistischen Änderungen betreffend der Farbgebung der Länder/Ozeane sowie der Prozentlinien für Gewitter (vorher grün und gelb, jetzt hellgelb und gelb-orange). Die Warnbereiche, die sich auf Gewitterwahrscheinlichkeiten (20 oder 50 %) beziehen, werden von nun an mit Gewittersymbolen versehen.
Außerdem wurden Form und Stil der Legende überarbeitet.

3. Neue Meta-Daten Infozeile

Am Unterrand einer jeden Warnkarte finden sich die Metadaten des Outlooks. Diese beinhalten den Zeitstempel der Veröffentlichung (issued) , den Gültigkeitszeitraum (valid), die sogenannte CO ID, die eine Art Fingerabdruck einer jeden Karte repräsentiert, sowie den Nachnamen des Verfassers des Outlooks (forecaster). Zu guter Letzt darf auch das Copyright nicht fehlen.

4. Sig-Schraffur auch in der Categorical-Karte

Bereits 2016 haben wir die significant(sig.)-Schraffur eingeführt. In den hiermit schraffierten Regionen, ist die Gefahr schwerer Unwetter (engl.: significant severe weather, sh. auch Forecast FAQ) erhöht. Durch dieses Merkmal enthalten die Outlooks neben der reinen Auftretenswahrscheinlichkeit (Severe Threats) auch ein Unterscheidungsmerkmal bezüglich der Intensität der erwarteten Unwetter.
Bisher nur in den Wahrscheinlichkeitskarten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen benutzt, wird diese Schraffur ab 2018 auch in der Categorical-Karte zu finden sein.
Das steigert die Relevanz der Categorical-Karte, die von nun an alle wichtigen Informationen zur Gewitterlage noch detaillierter darstellt.

5. Änderungen an der Schwellenwert-Tabelle

Die Höhe des Severe Threats leitet sich aus den Auftrittswahrschscheinlichkeiten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen ab, die sich auf einen Radius von 40 km beziehen. Der dem Zugrunde liegende Schlüssel ist der Schwellenwert-Tabelle (siehe unten, auch in der Forecast FAQ zu finden) orientiert sich an den Convective Outlooks des Storm Prediction Centers in den USA

Beispiel:
Liegt die Hagelwahrscheinlichkeit in einer Region über 15 %, entspricht dies einem Severe Threat 2. Bei Starkwind reichen schon 10% + sig-Schraffur für einen Severe Threat 2, bei Tornado sogar 5% + Sig-Schraffur.

Ab 2018 reichen bereits 5% Starkwindwahrscheinlichkeit für einen Severe Threat 1 (bis jetzt 5%+sig). Somit sinkt der Gesamtschwellwert für einen Severe Threat 1 leicht. Der Grund für diese Herabstufung liegt in der hohen warntechnischen Relevanz von linearen Starkwindereignissen bei voller Baumbelaubung.
Ferner wurden die Skalen für Hagel und Wind auf ein Maximum von 30% (bisher 25%), die für Starkregen auf 40% (bisher 25%) angehoben.

6. Größere Städte in den Warnbereichen

Ebenfalls durch die Convective Outlooks des Storm Prediction Centers inspiriert, werden seit 2016 unterhalb der Warnkarte Informationen über die Fläche und die Anzahl der betroffenen Bevölkerung bezüglich jedes Severe Threats angegeben. Ab der Saison 2018 wird diese Information um größere Städte erweitert, die innerhalb des jeweiligen Severe Threats liegen (siehe obige Abbildung).

7. Weltweite Convective Outlooks

Technisch ist es uns nun möglich, für jede beliebige Region der Welt Convective Outlooks zu erstellen. Dieses Feature wird u.a. dann relevant, wenn wir im Mai diesen Jahres zum Stormchasen in den Vereinigen Staaten unterwegs sind.

Aaron’s Bilder-Best-Of 2017

Das erste größere Chasing zu Anfang der Saison war zugleich schon eines der Highlights des Jahres. Am 19. Mai fuhren Matthias und ich nach Bayern, und wurden mit einer schönen Superzelle belohnt. Die ersten zwei Bilder zeigen diese Superzelle bei Straubing. Zuvor war das Gewitter bei München entstanden, wo sich große Hagelmengen angesammelt hatten und auch aus Straubing erreichten uns Berichte von 5 cm großen Geschossen. Hinter Straubing blieben wir noch lange vor der Zelle und jagten sie sogar bis nach Tschechien.

Die Bilder 3 und 4 entstanden am 22. Juni bei Fulda und zeigen eine neu entstandene Shelfcloud. Besonders gut gefällt mir das bläulich-grüne Leuchten – ein Zeichen für enorme Wassermengen in der Wolke. An diesem Tag fuhren wir quer durch Deutschland und fingen viele Gewitterzellen ab. Die Zelle bei Fulda und eine weitere direkt dahinter waren aber das eindeutige Highlight des Tages.

Und so habe ich die Bilder 5 und 6 vom selben Standort aufgenommen, nur etwa eine halbe Stunde später. Sie zeigen das Gewitter im Licht der untergehenden Sonne, das direkt hinter der ersten Zelle entstand. Bild 5 zeigt den Aufwind des Gewitters, wobei die bodennahe Wolke direkt unter der Aufwindbasis entstand, als der Aufwind stark genug war, um die kühle und feuchte Luft des ersten Gewitters anzuheben. Bild 6 zeigt die Zelle etwas später, als sich eine gut sichtbare Böenfront gebildet hatte.

Die Bilder 7 und 8 entstanden am 29. Mai in der Eifel. Das zuerst aufgenommene Bild (Nr. 7) zeigt den neuen Aufwind einer Multizelle, die Starkregen in der Region brachte. Das nächste Bild zeigt eine ausgewachsene und freistehende Gewitterwolke, an der immer neue Aufwinde emporschossen. Die Abendsonne tauchte die Zelle in rötliches Licht, was für eine tolle Lictstimmung sorgte.

Am 1. August machte ich die letzten drei Bilder. An diesem Tag erwarteten wir verbreitet schwere Unwetter, die besonders heftigen Kaliber blieben zwar (bei dem vorhandenen Gefahrenpotential glücklicherweise) aus, dennoch war es kein totaler Flopp, denn bei Bayreuth beobachteten wir ein blitzintensives Gewitter und konnten die eindrucksvollen Blitzeinschläge festhalten.

Die Bilder 3 bis 8 sind übrigens einzelne Fotos aus Zeitrafferaufnahmen, die ihr euch im Trailer zu unserer USA Reise nächsten Monat ansehen könnt. Wer von euch hat es geschafft alle 6 Aufnahmen im Video zu finden?
Den Link zum Trailer gibt’s hier: https://www.youtube.com/watch?v=oLaTRmSMvVI

Daniel L. Bilder-Best-Of 2017

Im dritten Teil unseres Saisonrückblicks stellt unser Teammitglied Daniel L. seine Lieblingsbilder aus dem Jahr 2017 vor.

Absolutes Highlight 2017 war natürlich der 19.05.17, als ich in Thüringen und Sachsen einer HP-Superzelle hinterher bin. Ein Gefühl, welches ich hoffentlich in der Tornado Alley wieder erleben darf. Dynamisch und strukturell kann sich dieses Gewitter ohne Weiteres mit denen in Amerika messen. Natürlich durften auch Mammaten an diesem Tag nicht fehlen.
(Bilder 1 – 5)

Am 15.06.17 machte ich mich auf Richtung Rheinland-Pfalz. Im Nachhinein eine falsche Entscheidung. Unverrichteter Dinge mussten wir damals die Rückreise antreten. In der voranschreitenden Nacht hingegen entwickelte sich völlig unerwartet bei Göppingen noch eine diskrete Gewitterzelle. Von einer Anhöhe in der Nähe von Elchingen bei Ulm konnten wir das blitzarme Gewitter beobachten. Zu unserem Glück schossen ein paar Blitze aus der Wolke heraus und uns gelang noch ein versöhnlicher Abschluss.
(Bild 6)

Zum Abschluss noch ein weniger extremes, aber dafür umso schöneres Foto. Es entstand am 29.10.17 in Mailand. Das Bild ist nicht bearbeitet. Waldbrände in Norditalien sorgten für ein tiefes Abendrot. Der vorherrschende Föhn formte die Lenticularis Wolken. In Summe eine einmalige Stimmung die ich so schnell nicht mehr wieder zu Gesicht bekommen werde.
(Bild 7)

Matthias‘ Bilder-Best-Of 2017

Im zweiten Teil unseres Saisonrückblicks stellt unser Teammitglied Matthias seine Lieblingsbilder aus dem Jahr 2017 vor.

Bild 1 zeigt eine auslaufende Superzelle vom 3. Juni in der Nähe von Koblenz. Kurz nach dem Foto bildete sich mehr und mehr eine „Whales Mouth“ aus. Steht man direkt unterhalb einer solchen „Whales Mouth“ so lassen sich beeindruckende Wolkenformationen erkennen.

Bild 2 und 3 zeigen eine „Shelfcloud“ in der Nähe von Fulda. Persönlich gefallen mir diese Wolkenformation am besten, weshalb ich sehr froh war diese Fotos am 22.6 machen zu können. Kurz nachdem die Fotos entstanden sind suchten wir Schutz unter einer Tankstelle. Nach Durchzug des Systems konnten wir dann im untergehenden Sonnenlicht noch einige Blitze beobachten.

Bild 4 und 5 zeigen eine Superzelle bei Straubingen vom 19.5. Aaron und ich konnten lange Zeit vor dem System bleiben, sodass wir es auch in der weiteren Entwicklung gut beobachten konnten. Schlussendlich gelangten wir an diesem Tag bis nach Tschechien.

Bild 6 und 7 entstanden am 01.08 bei Bayreuth. An diesem Tag erhofften wir uns sehr viel und spulten viele Autobahnkilometer ab. Erst spät in der Nacht wurden wir mit einem Gewitter, dessen Blitzintensität kurz vor unserer Position zunahm, belohnt und konnten diese Blitzfotos machen.

Armin’s Bilder-Best-Of 2017

Um euch langsam auf die kommende Saison einzustimmen, posten wir in den kommenden Wochen jeweils die Best-Of Collagen unserer Mitglieder aus der vergangenen Saison 2017.

Wir beginnen heute mit Armin’s Bildern:

Das erste Bild zeigt eine (sterbende) HP-Superzelle in der Nähe von Koblenz am 3. Juni. Kurz zuvor produzierte die Zelle mittelgroßen Hagel über der Eifel. Für mich war diese Zelle gleichzeitig die sehr späte Saisoneröffnung 2017.

Bild Nr. 2 und 3 entstanden beide am 6. Juli bei Lüttich und zeigen zum Einen eine prächtige Shelfcloud (Bild 2) sowie eine später am Tag entstandene grenzschicht-entkoppelte gewöhnliche Einzelzelle mit Wolke-Erd-Blitz (Bild 3).Die folgenden 5 Bilder präsentieren eine Auswahl des für mich persönlich besten Chases des Jahres: Den 30. August. Nachdem Mike und ich zunächst einen schönen Updraft (Bild 4) bei Aalen (in BaWü) aus der Ferne beobachteten, konnten wir im Anschluss die Entwicklung einer prächtigen Mesozyklone bei Ausburg hautnah verfolgen (Bild 5 und 6). Am späten Abend zündeten entlang der schwäbischen Alb erneut einige Zellen, die allesamt zumindest temporär Mesozyklonen entwickelten (s. Bild 7). Der Tag wurde durch ein prächtiges Blitzfeuerwerk über dem Donautal abgerundet (Bild 8).

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Sturmjäger NRW – USA-Trailer 2018

Im Mai startet unser großes Abenteuer in der Tornado Alley. Bei unserer Reise in die USA erwarten uns heftige Unwetter, Superzellen und mit etwas Glück auch der ein oder anderen Tornado. Jetzt könnt ihr euch unseren ersten Trailer dazu ansehen – in überragendem 4k! Die Videos wurden bei unseren Chasings in ganz Europa aufgenommen, wobei hauptsächlich Material aus den letzten zwei Jahren zu sehen ist. Vor allem aus 2017 gab es noch viel unveröffentlichtes Material, das ihr nun erstmals zu sehen bekommt.

Microburst bei Wolfhagen am 28.8.2016

       

Die drei Bilder, die innerhalb von zwei Minuten aufgenommen wurden, zeigen die Entwicklung eines sogenannten Microbursts. Dabei handelt es sich um kleinräumige, aber sehr starke Abwinde. Sie entstehen vor allem dann, wenn die Luft in der Höhe relativ trocken ist. Dann verdunsten bei Gewittern große Mengen des fallenden Niederschlags, weshalb sich die Luft stark abkühlt. Die kalte Luft hat eine höhere Dichte, als die Luft in der Umgebung und sinkt daher rasch ab. So entstehen schmale, aber starke Abwindbereiche. Sobald der Abwind auf den Boden trifft, breitet sich die Luft seitlich aus und verursacht Schäden durch starken Wind (z.T. Orkanstärke), sowie Starkregen und Hagel. Die Bilder zeigen deutlich den fallenden Niederschlag, sowie die seitliche Ausbreitung als er auf den Boden traf.
Einen Zeitraffer von diesem Microburst gibt es auch in unserem Best of Video von 2016 zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=g1gNI2qRcCw

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