Geuda Springs – Arkansas City Tornadoes and Epic Supercell – May 14 2018

This chronological collage of timelapse and video scenes shows the development of a tornadic supercell near Geuda Springs, Kansas on May 14, 2018. Note the textbook spin-up of the low level meso cyclone and the subsequent RFD-cut from 0:32 to 0:45. Approximately 15 minutes later, the tornado touched down on a nearby field. Fortunately there were no greater damages or casualties.

As the storm remained in place for the next two hours, it turned into a mothership supercell. Before getting sucked up by a linearly organized convective system, it again produced three tornadoes which were illuminated by lightning strikes.

Thank you to the University of Oklahoma for the permission to capture the visualized reflectivity data from the mobile doppler and for letting us use it for this video.

Music: Ender Güney, NCM Music, https://www.youtube.com/c/NCMEpicMusic

 


 

Der vorliegende chronologische Zusammenschnitt von Video und Zeitraffersequenzen zeigt die Entwicklung einer tornadischen Superzelle nahe Geuda Springs, Kansas am 14.05.2018.
Von 0:32 bis 0:45 ist die Genese der niedertroposphärischen Mesozyklone zu erkennen, gefolgt vom Vorstoß des RFDs (RFD-cut) auf die Vorderseite des Systems. 15 Minuten später kam es zur Bildung eines Tornados, bei dem es glücklicherweise weder zu schweren Schäden noch zu Verletzten kam.

In den folgenden zwei Stunden blieb die Superzelle quasistationär und bildete ein Mutterschiff aus.
Nach Sonnenuntergang produzierte sie drei weitere Tornados, bevor sie schließlich von einem größeren linearen Gewittersystem absorbiert wurde.

Unser Dank geht an die Universität von Oklahoma, die es uns erlaubt hat die visualisierten Reflektivitätsdaten vom mobilen Dopplerradar zu filmen und zu benutzen.

Musik: Ender Güney, NCM Music, https://www.youtube.com/c/NCMEpicMusic

Sturmjäger NRW – USA-Trailer 2018 Teil 2

In wenigen Tagen (05.05.18) beginnt unsere Reise in die USA. Zeit für einen finalen Trailer, bevor es nun endlich los geht. Diesmal zeigen wir euch nicht nur Zeitraffer, sondern vor allem Videos, die die Action beim Chasing wiedergeben. Nach dem frühen Start der Gewittersaison 2018 sind nun auch schon Aufnahmen von diesem April dabei. Darunter die Wallcloud der (wahrscheinlichen) Superzelle vom 10.04.18 bei Kierspe so wie Zeitraffer von einem rotierenden Aufwind bei Schmallenberg am 22.04.18

Chasingbericht vom 10.04.2018

Unwetter am 10. April

Heute gab es in NRW die erste sommerliche Gewitterlage des Jahres und so nutzten wir die Gelegenheit für ein erstes Chasing. Bei Kierspe fingen wir eine Zelle ab, bei der sich uns der Blick auf eine lehrbuchhafte Wallcloud bot. Der Aufwind des Gewitters ist dort so stark, dass die kühle Luft aus dem Niederschlagsbereich (rechts) regelrecht hineingesaugt wird. Die kühle und feuchte Luft kondensiert dabei deutlich tiefer als die umgebende warme Luft, was zur Bildung der niedrigen Wallcloud führt. Die ersten 4 Bilder zeigen die Wallcloud bei Kierspe.
Von unserem Standort fuhren wir dann jedoch etwas zu spät los und wir gerieten zum ersten mal in den Niederschlagskern mit Starkregen und Hagel (1-2 cm Durchmesser).
Durch das bergige Gelände war es nun schwierig für uns vor das System zu fahren. Mehrfach sahen wir auf unserer Fahrt eine geschlossene Hageldecke, was das Vorankommen auch nicht grade leichter machte. Bei Ennepetal hatten wir dann Sicht auf den Abwind an der Rückseite (RFD) und die dazugehörige Böenfront. Wir versuchten noch näher an den rotierenden Aufwind heranzukommen, aber durch den zunehmenden Verkehr wurden wir bei Wuppertal wieder vom Niederschlagskern eingeholt. Dort erwartete uns diesmal noch größerer Hagel (bis 3 cm).
Während Regen und Hagel am heftigsten waren bildete zusätzlich noch Nebel, was die Sicht auf unter 5 m sinken ließ. Wir warteten ab, bis die Zelle vorüber gezogen war, aber das Jagdfieber war noch nicht beendet und so fuhren wir weiter nach Essen. Auf der Fahrt sahen wir ein Dauergeflacker, das uns eigentlich nur von Gewittern im Hochsommer bekannt ist.
Zwischen Essen und Mülheim beendeten wir dann das Chasing auf einem Feld, wo wir noch weitere Zellen vorbei ziehen ließen.

Nachfolgend einige Bilder vom gestrigen Tag:


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Neuerungen bei den Convective Outlooks 2018


Ab der Gewittersaison 2018 treten folgende Änderungen bezüglich der Convective Outlooks in Kraft:

1. Größerer Kartenausschnitt

Wie man an der Beispielkarte erkennt, wurde der Ausschnitt der Warnkarte vergrößert. Er umfasst nun im Vergleich zur alten Karte zusätzlich weite Teile Osteuropas, darunter Polen, die Slowakei und Ungarn.

2. Stilistische Neuerungen

Unverkennbar sind auch die stilistischen Änderungen betreffend der Farbgebung der Länder/Ozeane sowie der Prozentlinien für Gewitter (vorher grün und gelb, jetzt hellgelb und gelb-orange). Die Warnbereiche, die sich auf Gewitterwahrscheinlichkeiten (20 oder 50 %) beziehen, werden von nun an mit Gewittersymbolen versehen.
Außerdem wurden Form und Stil der Legende überarbeitet.

3. Neue Meta-Daten Infozeile

Am Unterrand einer jeden Warnkarte finden sich die Metadaten des Outlooks. Diese beinhalten den Zeitstempel der Veröffentlichung (issued) , den Gültigkeitszeitraum (valid), die sogenannte CO ID, die eine Art Fingerabdruck einer jeden Karte repräsentiert, sowie den Nachnamen des Verfassers des Outlooks (forecaster). Zu guter Letzt darf auch das Copyright nicht fehlen.

4. Sig-Schraffur auch in der Categorical-Karte

Bereits 2016 haben wir die significant(sig.)-Schraffur eingeführt. In den hiermit schraffierten Regionen, ist die Gefahr schwerer Unwetter (engl.: significant severe weather, sh. auch Forecast FAQ) erhöht. Durch dieses Merkmal enthalten die Outlooks neben der reinen Auftretenswahrscheinlichkeit (Severe Threats) auch ein Unterscheidungsmerkmal bezüglich der Intensität der erwarteten Unwetter.
Bisher nur in den Wahrscheinlichkeitskarten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen benutzt, wird diese Schraffur ab 2018 auch in der Categorical-Karte zu finden sein.
Das steigert die Relevanz der Categorical-Karte, die von nun an alle wichtigen Informationen zur Gewitterlage noch detaillierter darstellt.

5. Änderungen an der Schwellenwert-Tabelle

Die Höhe des Severe Threats leitet sich aus den Auftrittswahrschscheinlichkeiten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen ab, die sich auf einen Radius von 40 km beziehen. Der dem Zugrunde liegende Schlüssel ist der Schwellenwert-Tabelle (siehe unten, auch in der Forecast FAQ zu finden) orientiert sich an den Convective Outlooks des Storm Prediction Centers in den USA

Beispiel:
Liegt die Hagelwahrscheinlichkeit in einer Region über 15 %, entspricht dies einem Severe Threat 2. Bei Starkwind reichen schon 10% + sig-Schraffur für einen Severe Threat 2, bei Tornado sogar 5% + Sig-Schraffur.

Ab 2018 reichen bereits 5% Starkwindwahrscheinlichkeit für einen Severe Threat 1 (bis jetzt 5%+sig). Somit sinkt der Gesamtschwellwert für einen Severe Threat 1 leicht. Der Grund für diese Herabstufung liegt in der hohen warntechnischen Relevanz von linearen Starkwindereignissen bei voller Baumbelaubung.
Ferner wurden die Skalen für Hagel und Wind auf ein Maximum von 30% (bisher 25%), die für Starkregen auf 40% (bisher 25%) angehoben.

6. Größere Städte in den Warnbereichen

Ebenfalls durch die Convective Outlooks des Storm Prediction Centers inspiriert, werden seit 2016 unterhalb der Warnkarte Informationen über die Fläche und die Anzahl der betroffenen Bevölkerung bezüglich jedes Severe Threats angegeben. Ab der Saison 2018 wird diese Information um größere Städte erweitert, die innerhalb des jeweiligen Severe Threats liegen (siehe obige Abbildung).

7. Weltweite Convective Outlooks

Technisch ist es uns nun möglich, für jede beliebige Region der Welt Convective Outlooks zu erstellen. Dieses Feature wird u.a. dann relevant, wenn wir im Mai diesen Jahres zum Stormchasen in den Vereinigen Staaten unterwegs sind.

Aaron’s Bilder-Best-Of 2017

Das erste größere Chasing zu Anfang der Saison war zugleich schon eines der Highlights des Jahres. Am 19. Mai fuhren Matthias und ich nach Bayern, und wurden mit einer schönen Superzelle belohnt. Die ersten zwei Bilder zeigen diese Superzelle bei Straubing. Zuvor war das Gewitter bei München entstanden, wo sich große Hagelmengen angesammelt hatten und auch aus Straubing erreichten uns Berichte von 5 cm großen Geschossen. Hinter Straubing blieben wir noch lange vor der Zelle und jagten sie sogar bis nach Tschechien.

Die Bilder 3 und 4 entstanden am 22. Juni bei Fulda und zeigen eine neu entstandene Shelfcloud. Besonders gut gefällt mir das bläulich-grüne Leuchten – ein Zeichen für enorme Wassermengen in der Wolke. An diesem Tag fuhren wir quer durch Deutschland und fingen viele Gewitterzellen ab. Die Zelle bei Fulda und eine weitere direkt dahinter waren aber das eindeutige Highlight des Tages.

Und so habe ich die Bilder 5 und 6 vom selben Standort aufgenommen, nur etwa eine halbe Stunde später. Sie zeigen das Gewitter im Licht der untergehenden Sonne, das direkt hinter der ersten Zelle entstand. Bild 5 zeigt den Aufwind des Gewitters, wobei die bodennahe Wolke direkt unter der Aufwindbasis entstand, als der Aufwind stark genug war, um die kühle und feuchte Luft des ersten Gewitters anzuheben. Bild 6 zeigt die Zelle etwas später, als sich eine gut sichtbare Böenfront gebildet hatte.

Die Bilder 7 und 8 entstanden am 29. Mai in der Eifel. Das zuerst aufgenommene Bild (Nr. 7) zeigt den neuen Aufwind einer Multizelle, die Starkregen in der Region brachte. Das nächste Bild zeigt eine ausgewachsene und freistehende Gewitterwolke, an der immer neue Aufwinde emporschossen. Die Abendsonne tauchte die Zelle in rötliches Licht, was für eine tolle Lictstimmung sorgte.

Am 1. August machte ich die letzten drei Bilder. An diesem Tag erwarteten wir verbreitet schwere Unwetter, die besonders heftigen Kaliber blieben zwar (bei dem vorhandenen Gefahrenpotential glücklicherweise) aus, dennoch war es kein totaler Flopp, denn bei Bayreuth beobachteten wir ein blitzintensives Gewitter und konnten die eindrucksvollen Blitzeinschläge festhalten.

Die Bilder 3 bis 8 sind übrigens einzelne Fotos aus Zeitrafferaufnahmen, die ihr euch im Trailer zu unserer USA Reise nächsten Monat ansehen könnt. Wer von euch hat es geschafft alle 6 Aufnahmen im Video zu finden?
Den Link zum Trailer gibt’s hier: https://www.youtube.com/watch?v=oLaTRmSMvVI

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