Mesoskalige Diskussionen 2014

Mesoskalige Diskussion 16 UTC 08.06.2014


Originalbildquelle: www.sat24.com

Entlang der Konvergenz, die mittlerweile zmst bodennahe die Rolle der Kaltfront eingenommen hat (die deswegen nur noch gestrichelt eingezeichnet wurde), konnte sich in Norddeutschland ein Mesotief (t) entwickeln. Dabei kommt es primär durch Coldpool-Orographie-Wechselwirkung zur Auslösung neuer blitzintensiver Konvektionzellen. Diese können gut organisert sein und Superzellenstatus besitzten. Dabei ist weiterhinmit Großhagel bis 5cm und Sturmböen zu rechnen. Die Zellen verlagern sich weiter Ost nordostwärts und beeinflussen in den Abendstunden (Nord-)Ostdeutschland.

Auch über Frankreich kam es in der sich wieder labiliserenden Luftmasse zu Neuentwicklungen, die aber deutlich schwächer sind als gedacht, was den Severe-Threat 2 in dieser Region als übertrieben erscheinen lässt. Trotzdem sollte es hier auch in den kommenden Stunden weitere Entwicklungen geben, auch weil sich von Süden ein kleines Bodentief nähert. Evtl.  ist hier erst nachts die stärkste Konvektion zu erwarten.

Mesoskalige Diskussion 12 UTC 08.06.2014

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An der eingezeichneten Konvergenz (orangene Linie) konnte sich, wie von den Modellen berechnet wurde, ein MCS entwickeln, der sich derzeit über dem Münsterland befindet. Aufgrund der zunehmenden Umgebungslabilität erhöht er seine Blitzfrequenz rasant. Auch die Begleiterscheinungen werden vor allem in Bezug auf Hagel zunehmend intensiver ausfallen. Die eigentliche Kaltfront befindet sich weiter im Nordwesten. An ihr ist kaum Wetteraktivität zu verzeichnen. In der Folge wird die Konvergenz die Rolle der Kaltfront einnehmen, wenn der großräumige Coldpool des MCS die Residuumsluftmasse zwischen Konvergenz und Kaltfront dahingegehen transformiert, dass sich die Bodentemperaturen erniedrigen und die Schichtungsstabilität in den unteren Schichten zunimmt. Zusammen mit der stratiformen Bewölkung am Nordende des MCS, die die Globalstrahlung reduziert, sollten die Regionen Emsland und Ostfriesland, sowie Nord-NL, vorerst von Konvektion verschont bleiben.

Südlich angrenzend, vom Niederrhein über Belgien bis nach Nordost- bzw Nordfrankreich kann es hingegen ungestört einstrahlen. Zusätzlich wird die Konvergenz im Tagesverlauf langsam nach Norden vorankommen. Damit verbunden ist Feuchteadvektion und ein erneuter Aufbau von CAPE. Gegen Abend (16 UTC) erwarten wir vom Norden Frankreichs ausgehend die Entwicklung neuer Konvektion, die dann in einem kinematisch günstigen Umfeld wieder superzellular werden kann. Diese Zellen könnten sich später Richtung Be-Ne-Lux verlagern. Hierzu siehe auch den aktuell laufenden Outlook.
Der MCS sollte indes über Deutschland entlang der Konvergenz über Niedersachsen nach Ost-Nord-Ost ziehen und später ggf. die neuen Bundesländer beeinflussen. Hierbei sind Großhagel, Flash-Floods und Sturmböen wahrscheinlich.

Der Severe Threat 1 bleibt vorerst bestehen, da es sich nicht um eine verbreitete Unwetterlage handelt. Wir weisen aber noch einmal mit Nachdruck darauf hin, dass innerhalb des MCS mit markanten Wettererscheinungen zu rechnen ist.

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