Mesoskalige Diskussionen 2016

Mesoskalige Diskussion 22.05.2016

Originalbildquelle: www.wetteronline.de

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Weite Teile Deutschlands befinden sich präfrontal einer Ana-Kaltfront (blaue Linie), die sich nunmehr kaum verlagert. Die Cirrus und Alto-Wolkenfelder der Front haben auf den Westen des Landes übergegriffen. Hier wurde die solare Einstrahlung bereits deutlich gedämpft. Weiter südlich und östlich hingegen kann sich die Luftmasse dank diabatischen Effekten auf 25 bis 30 Grad erwärmen. Hinsichtlich der Gewitterentwicklung am heutigen Tag stellt sich vor allem die Frage nach der Bodenfeuchte, die von den meisten Modellen wieder einmal stärker überschätzt wurde, was ebenfalls zu überschätzen Labilitätswerten führt.
Über Baden Württemberg konnte eine Konvergenzzone (orangene Linie) lokalisiert werden, die feuchte Luft über Bayern (Taupunkte > 12 °C) von einer etwas trockeneren Luftmasse weiter westlich trennt. Im Bereich der feuchteren Luft zeigt der 12 UTC Radiosondenaufstieg von München ca. 500 J/kg ML CAPE in einem gut gescherten Umfeld.
Wir gehen davon aus, dass es bei weiterer Feuchteanreicherung der Grenzschicht durch Evapotranspiration ab den späten Nachmittagsstunden im Bereich der Konvergenzzone über dem südlichen und mittleren Baden-Württemberg sowie östlich davon auslöst. Prädestiniert für Einzelzellen sind aber natürlich auch die Mittelgebirge wie der Schwarzwald oder die schwäbische Alb.

Weitere Konvektion könnte sich weiter nördlich im grün umrandeten Bereich entwickeln, wo auf dem Satellitenbild bereits Cumuli zu erkennen sind.
Generell besteht in der Konvektion ein leicht erhöhtes Unwetterpotential durch Starkregen, Hagel bis 2 cm und Sturmböen – vor allem bei orographisch induzierten Zellen in Süddeutschland ist auch größerer Hagel bis 4 cm denkbar.

Mesoskalige Diskussion 12.04.2016

Originalbildquelle: www.wetteronline.de

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Über Nordfrankreich haben sich vorwiegend im Einflussbereich der Warm- und Feuchtluftadvektion (gelber Kreis) Gewitter gebildet die bereits auf den Südweseten Deutschlands übergreifen.
Dabei traten bereits stürmische Böen (63 km/h , Trier/Petrisberg) und Starkregen um 10 l/m² in einer Stunde auf.

Am Abend nimmt dieser Bereich von Südwesten her zunehmend NRW ein. In Essen wurde heute Mittag bereits 780 J/kg SB CAPE gemessen, welches bei 2m-Taupunkten von 2-4 °C noch wenig Potential für Gewitter birgt. Erst bei zunehmender Feuchte in den bodennahen Schichten gen Abend wird die Gewitteraktivität auch über der Westhälfte NRW’s und dem Sauerland steigen. Die Zugbahn des relevanten gelben Bereiches ist durch die roten Pfeile gekennzeichnet.

Das Unwetterpotential bleibt weiterhin gering, nichts desto trotz sind lokal Sturmböen möglich, wie die Messung aus Trier zeigt. Neben lokalem Starkregen ist auch kleinkörniger Hagel nicht auszuschließen.
Nach aktueller Sicht gehen aber keine Beeinträchtigungen mit den Wettererscheinungen einher.

Bei nachlassender Gewitterwahrscheinlichkeit, wird in der zweiten Nachthälfte die Konvektion vorwiegend durch das mit T symbolisierte Bodentief gesteuert. Es ist davon auszugehen, dass Schauer und Gewitter verstärkt Richtung Norden propagieren.

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