Chasingbericht vom 09.06.2014

08.06.2014:

Am Vormittag zog ein MCS von Belgien Richtung Nordosten und überquerte West-NRW. Wir verfolgten das Gewitter auf der A43 nach Norden, bis wir nach Dülmen kamen. Die Zuggeschwindigkeit war relativ hoch, weshalb wir kaum Zeit zum Beobachten hatten. Auch als wir dann in Dülmen von der Autobahn abfuhren, hatten wir nur wenige Minuten bis uns das Gewitter erreichte, aber für ein paar Fotos reichte es noch.

Nachfolgend überquerte uns der sehr intensive Niederschlagsbereich. So starken Regen haben wir schon länger nicht erlebt und da das Wasser auf der Straße stand, konnten wir das Gewitter nicht weiter verfolgen. Allerdings konnten wir noch ein paar schöne Eindrücke von der Rückseite einfangen.

09.06.2014:

In der Nacht von Sonntag auf Montag zogen einige Gewitter von Belgien nach Deutschland. Bei einem guten Aussichtspunkt in der Nähe von Gruiten (zwischen Düsseldorf und Wuppertal) konnten wir sie beobachten.

Die Gewitter beobachteten wir bis etwa halb 4, daher haben wir die Gewitter, die gegen Mittag am 09.06.14 entstanden, leider verschlafen. Allerdings brannte die Sonne direkt hinter den Gewittern wieder vom Himmel und es war klar, dass noch kräftige Gewitter folgen würden. Außerdem war die Scherung weiterhin recht stark und mit CAPE-Werten bis zu 4000J/kg waren schwere Gewitter vorprogrammiert. Siehe hierzu auch unseren Convective Outlook vom 09.06.2014.

 

Gegen 18 Uhr bildeten sich dann über Belgien erste Gewitter, die sich schnell zu einem MCS zusammenschlossen.

Um 20 Uhr beobachteten wir das Gewitter erneut in der Nähe von Gruiten. Es hatte zwar gerade erst die Grenze zu Deutschland erreicht, der Amboss war aber schon längst über uns und langsam wurde klar, dass dieses Gewitter besonders heftig sein würde.

Das Bow Echo kam näher und bald zeichnete sich eine Shelfcloud ab.

Ungefähr jetzt hätten wir losfahren müssen, um vor dem Gewitter zu bleiben. Wir waren allerdings so sehr mit Beobachten und Fotografieren beschäftigt, dass wir es verpassten uns erneut vor das Bow-Echo zu setzen.

Erst kurz bevor uns die Shelfcloud erreichte, setzten kräftige, kalte Böen ein. Noch war der Wind vergleichsweise schwach mit etwa 60 km/h. Die Sonne war zwar noch nicht  untergegangen, aber jetzt wurde es Nacht unter dem riesigen MCS. Wir gingen zurück zum  Auto und hatten noch Hoffnung wieder vor die Böenfront zu kommen. Im Nachhinein wäre es aber besser gewesen noch die Rückseite der Shelfcloud zu beobachten, so haben wir davon nur ein verwackeltes Bild.

Hinter der Shelfcloud nahm der Wind weiter zu und kräftiger Regen setzte ein, während Blitze alle ein bis zwei Sekunden über den Himmel flackerten.

Auf dem Weg zur A46 versperrte ein erster großer Ast einen Großteil der Fahrbahn. Kurz vor der Autobahn kamen wir dann in den stärksten Regen, mit weiter anhaltenden, kräftigen Windböen. Auf der Autobahn war vor allem der Regen die Hauptgefahr und da das Wasser auf der Fahrbahn stand, kamen wir nur langsam voran. Der Wind war hier nicht so stark, nur ab und zu lagen kleinere Äste am Fahrbahnrand.

Auf der A1 ließ der stärkste Regen nach und es ging etwas schneller voran, bis wir wieder in den vorderen Bereich kamen und uns der Regen und die Sturmböen erneut ausbremsten. Das Ganze wiederholte sich ein paar Mal.

Als wir kurz hinter Münster waren, kamen wir wieder in den vorderen Bereich des Bow Echos. Hier wurden Regen und Windböen noch einmal besonders heftig (Geschwindigkeiten von schätzungsweise ca. 100 km/h). Am Fahrbahnrand lagen jetzt wieder mehr und auch größere Äste, einer wurde sogar auf die linke Spur geweht.

Bei Greven, etwas nördlich von Münster, fuhren wir von der Autobahn ab und beobachteten die Blitze von einem Feldweg aus.

Es war zu gefährlich auszusteigen, deshalb machten wir die Fotos einfach durch die Frontscheibe.

Dann gab es plötzlich einen Naheinschlag nur etwa 50m vor uns.

(Durch das 8mm Weitwinkel sieht der Blitz jedoch deutlich weiter entfernt aus als er war)

Als das Gewitter nachließ, fuhren wir zurück und  konnten immer wieder Schäden sehen, zum Beispiel lagen auf der A1 kurz vor Münster mehrere Bäume auf der Fahrbahn.

Updated: 9. Juni 2016, 18:21 — 18:21
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