Chasingbericht vom 10.09.2011

Eigentlich dachten wir, das Chasing am 26.08. wäre dieses Jahr unsere letzte Chance gewesen ein Gewitter vor die Linse zu bekommen. Ein Irrtum.
Denn es stellte sich heraus, dass die atmosphärischen Bedingungen am 10.09 wieder gut genug waren, um auf die Jagd zu gehen. Dabei gab es allerdings einige Unsicherheiten bezüglich des Auslösetimings und der Verlagerungsgeschwindigkeit der Zellen. WRF beispielsweise lies sämtliche Aktivität über den Niederlanden.
Uns war also klar, dass die Reise nach Nordwesten ging, eventuell sogar bis nach Holland hinein.

Um 18 Uhr ging es also los wobei wir Kevelar als ersten Zielort anpeilten. Da bis dahin noch keine Zellen gezündet hatten, nutzen wir die Gunst der Stunde, um uns bei dem dortigen Burgerking den Magen vollzuschlagen. Bei einem flüchtigen Blick aufs Radar stellten wir fest, dass sich bei Nord-Pas-de-Calais eine stattliche Zelle entwickelt hatte, die unter Verstärkung nach Nord-Nordost zog. Nach einer Kurzen Lagebesprechung beschlosseen wir in die Nordwestspitze des Kreises Kleve zu verlegen, um die Zelle bei eventuellem Ausscheren abfangen zu können.
zwischen Kranenburg und Wyler platzierten wir uns an einem Feld und schlugen unser Lager auf. Hier bot uns ein wahres Feuerwerk, denn obwohl das Gewitter noch rund 140 km entfernt war, konnten wir bereits wildes Geflacker Richtung Südwesten erkennen. Bedauerlicherweise machte die Zelle keine Anstallten weit nach Osten abzudriften und wir beschlossen nach Holland zu fahren. Von unserem Standort nahmen wir die N325 bis Nimwegen und von da aus die A15 bis zur Ausfahrt Tiel-West. Als eine wahre Herausforderung stellte sich dabei das blinde Navigieren dar, da wir in Holland kein Internet hatten. So mussten wir uns an den spektakulären Blitzen orientieren. Auf der Suche nach einem geeigneten Spotting-Platz verschlug es uns zum Festival Appelpop, das in der Nähe von Tiel stattfand. Neben parkenden Bussen und Autos war nur wenig Durchkommen und wir verloren kostbare Minuten.
Letztendlich schafften wir es doch noch knapp östlich der Zelle ein beschauliches Plätzchen zu finden. Unter den Crawlern des heranziehenden Systems bauten wir die Stative auf und konnten dann folgenden Aufnahmen machen (mitterweile war es 22 Uhr):

Das erste Bild zeigt, dass wir es hier mit einer HP-Superzelle zu tun hatten. Dabei war die Wallcloud leider schon von der Shelf verdeckt, wir konnten aber vorher schemenhaft eine Tail-Cloud erkennen. Unverkennbar sind jedoch der Forward-Flank-Downdraft (FFD), die Inflowbands, die Shelf-Cloud und der herannahende Rear-Flank Downdraft (RFD).

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