Kurze synoptische Diskussion zu Sturm- und Orkantief FELIX

Frontenstruktur von FELIX um 10 UTC, Bilduelle: sat24.com

Das Tief Felix befindet sich aktuell in der „Major“-Phase seiner Zyklonenentwicklung. Der Kern des Haupttiefs liegt dabei westlich der norwegischen Küste, wobei sich der Bodendruck in diesem Bereich um 950 hPa bewegt.

Richten wir unser Augenmerk nun auf die Frontenstruktur von FELIX: Auffällig ist hierbei das immer noch gut ausgeprägte „baroclinic-leaf“ im Bereich des Warm-Conveyor-Belts bzw. des antizyklonal gekrümmten Jetstreaks, welches sich besonders auf dem IR-Satbild klar von der Okklusion der Cold-Conveyor-belt-Typs abgrenzt.

Schließlich sollte noch die markante Kaltfront erwähnt werden, die in der nächsten Stunde Norddeutschland erfasst.

Postfrontal zeigt sich ein relativ breiter Streifen mit starker Substidenz und Einfließen stratosphärischer Trockenluft.

Interessant ist auch eine Sekundärzyklogenese am Okklusionspunkt, welche sich in den kommenden Stunden vollziehen wird. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

1. Zyklonales Umströmen der skandinavischen Halbinsel im Bereich des Skagerak und damit niedertroposphärische Vorticityproduktion

2. Hohe Baroklinität am Okklusionspunkt, hervorgerufen durch eine sehr günstige Phasenverschiebung von Temperatur- und Geopotentialwelle.

3. Starke Höhenzunahme der Advektion von zyklonaler Scherungsvorticity

Diese Zyklogenese verschärft vor allem über Dänemark und der Nordsee den Druckgradienten und lässt die Kaltfront in ihrem Nordteil stark beschleunigen. Außerdem verstärkt sich die KLA auf ihrer Rückseite. Da der Jet eine frontsenkrechte Komponente besitzt, kann von einer Kata-Kaltfront gesprochen werden.

Für Deutschland ergibt sich demnach hinsichtlich Windentwicklung ein interessantes Set-Up, primär im Bereich der Kaltfront. Fraglich ist hierbei, ob und wie stark die Schichtung im Bereich der Front labilisiert werden kann. Die größten Chancen hierfür bestehen natürlich in der Nordhälfte der Bundesrepublik, da hier die Chance für Trockeneinschübe aufgrund der Nähe zur zyklonalen Jetseite am größten ist. Diesbezüglich könnte auch das bereits angesprochene „Jet-Crossing“ und der damit verbundene Kata-Charakter der Front eine Rolle spielen.

Je nach Labilisierung ist an der Kaltfront mit vertikalem Impulstransport und damit verbundenen Starkwindereignissen zu rechnen. Diese können vor allem an den Küsten volle Orkanstärke erreichen – aber auch in der Norddeutschen Tiefebene sind Böen über 100 km/h denkbar. Weiter südlich und südwestlich sind Böen von 10, mit Kaltfrontdurchgang ganz vereinzelt auch 11 bft zu erwarten. Dies gilt in erster Linie für freie und exponierte Lagen, sowie generell für alle Höhenlagen ab 500 Meter.

Frontenstruktur von FELIX um 10 UTC, Bilduelle: sat24.com

Das Tief Felix befindet sich aktuell in der „Major“-Phase seiner Zyklonenentwicklung. Der Kern des Haupttiefs liegt dabei westlich der norwegischen Küste, wobei sich der Bodendruck in diesem Bereich um 950 hPa bewegt.

Richten wir unser Augenmerk nun auf die Frontenstruktur von FELIX: Auffällig ist hierbei das immer noch gut ausgeprägte „baroclinic-leaf“ im Bereich des Warm-Conveyor-Belts bzw. des antizyklonal gekrümmten Jetstreaks, welches sich besonders auf dem IR-Satbild klar von der Okklusion der Cold-Conveyor-belt-Typs abgrenzt.

Schließlich sollte noch die markante Kaltfront erwähnt werden, die in der nächsten Stunde Norddeutschland erfasst.

Postfrontal zeigt sich ein relativ breiter Streifen mit starker Substidenz und Einfließen stratosphärischer Trockenluft.

Interessant ist auch eine Sekundärzyklogenese am Okklusionspunkt, welche sich in den kommenden Stunden vollziehen wird. Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

1. Zyklonales Umströmen der skandinavischen Halbinsel im Bereich des Skagerak und damit niedertroposphärische Vorticityproduktion

2. Hohe Baroklinität am Okklusionspunkt, hervorgerufen durch eine sehr günstige Phasenverschiebung von Temperatur- und Geopotentialwelle.

3. Starke Höhenzunahme der Advektion von zyklonaler Scherungsvorticity

Diese Zyklogenese verschärft vor allem über Dänemark und der Nordsee den Druckgradienten und lässt die Kaltfront in ihrem Nordteil stark beschleunigen. Außerdem verstärkt sich die KLA auf ihrer Rückseite. Da der Jet eine frontsenkrechte Komponente besitzt, kann von einer Kata-Kaltfront gesprochen werden.

Für Deutschland ergibt sich demnach hinsichtlich Windentwicklung ein interessantes Set-Up, primär im Bereich der Kaltfront. Fraglich ist hierbei, ob und wie stark die Schichtung im Bereich der Front labilisiert werden kann. Die größten Chancen hierfür bestehen natürlich in der Nordhälfte der Bundesrepublik, da hier die Chance für Trockeneinschübe aufgrund der Nähe zur zyklonalen Jetseite am größten ist. Diesbezüglich könnte auch das bereits angesprochene „Jet-Crossing“ und der damit verbundene Kata-Charakter der Front eine Rolle spielen.

Je nach Labilisierung ist an der Kaltfront mit vertikalem Impulstransport und damit verbundenen Starkwindereignissen zu rechnen. Diese können vor allem an den Küsten volle Orkanstärke erreichen – aber auch in der Norddeutschen Tiefebene sind Böen über 100 km/h denkbar. Weiter südlich und südwestlich sind Böen von 10, mit Kaltfrontdurchgang ganz vereinzelt auch 11 bft zu erwarten. Dies gilt in erster Linie für freie und exponierte Lagen, sowie generell für alle Höhenlagen ab 500 Meter.

Updated: 12. April 2016, 08:21 — 08:21
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