Mesoskalige Diskussion 17 UTC 10.07.2014

Originalbildquelle: www.sat24.com

Gegenwärtige Bodenmessungen zeigen vor allem über NRW und NDS eine sehr feuchte Grenzschicht mit Taupunkten von verbreitet mehr als 15 °C und Mischungsverhältnissen von 12 – 15 g/kg. Da es großräumig ungehindert einstrahlen kann, konnten sich den 12 z Soundings zufolge 600 – 2000 J/kg SB-CAPE aufbauen, die über thermische Auslösung auch abgerufen werden sollten.
Zusätzliche Brisanz erfährt die Situation durch einen unscheinbaren, aber durchaus wetteraktiven Kurzwellentrog, der um das steuernde Adria-Tief herumgeführt wird und Deutschland dabei von Ost nach West überquert. Die ungefähre Lage der Trogachse wurde mit einer hellgrünen Linie markiert. Trogvorderseitig herrscht differentielle positive Vorticityadvektion (DPVA), die als zusätzliche Hebungsantrieb fungiert.
Über Ostwestfalen hat sich an einer Feuchteflusskonvergenz (orange-gestrichelte Linie) bereits ein äußerst blitzaktiver Multizellencluster entwickelt, die nach West-Südwest propagiert. Er wird in den kommenden Stunden über der Nordhälfte von NRW für z.T. schwere Gewitter sorgen. Mit der zusätzlichen DPVA und Cold Pool Orographie-Wechselwirkung an den Mittelgebirgen sollten auch weiter südlich neue Konvektionzellen triggern. In den Zellen ist mit hohen bis sehr hohem Regenmengen von bis zu 50 l/m² innerhalb einer Stunde, Hagel von 1-3 cm Korngröße sowie einzelnen stürmischen Böen oder gar Sturmböen zu rechnen. Die Konvektion verlagert sich Süd-Westwärts und kann dabei durchaus eine Scherkomponente in westliche Richtung besitzen.

Updated: 12. April 2016, 11:01 — 11:01
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