Neuerungen bei den Convective Outlooks 2018


Ab der Gewittersaison 2018 treten folgende Änderungen bezüglich der Convective Outlooks in Kraft:

1. Größerer Kartenausschnitt

Wie man an der Beispielkarte erkennt, wurde der Ausschnitt der Warnkarte vergrößert. Er umfasst nun im Vergleich zur alten Karte zusätzlich weite Teile Osteuropas, darunter Polen, die Slowakei und Ungarn.

2. Stilistische Neuerungen

Unverkennbar sind auch die stilistischen Änderungen betreffend der Farbgebung der Länder/Ozeane sowie der Prozentlinien für Gewitter (vorher grün und gelb, jetzt hellgelb und gelb-orange). Die Warnbereiche, die sich auf Gewitterwahrscheinlichkeiten (20 oder 50 %) beziehen, werden von nun an mit Gewittersymbolen versehen.
Außerdem wurden Form und Stil der Legende überarbeitet.

3. Neue Meta-Daten Infozeile

Am Unterrand einer jeden Warnkarte finden sich die Metadaten des Outlooks. Diese beinhalten den Zeitstempel der Veröffentlichung (issued) , den Gültigkeitszeitraum (valid), die sogenannte CO ID, die eine Art Fingerabdruck einer jeden Karte repräsentiert, sowie den Nachnamen des Verfassers des Outlooks (forecaster). Zu guter Letzt darf auch das Copyright nicht fehlen.

4. Sig-Schraffur auch in der Categorical-Karte

Bereits 2016 haben wir die significant(sig.)-Schraffur eingeführt. In den hiermit schraffierten Regionen, ist die Gefahr schwerer Unwetter (engl.: significant severe weather, sh. auch Forecast FAQ) erhöht. Durch dieses Merkmal enthalten die Outlooks neben der reinen Auftretenswahrscheinlichkeit (Severe Threats) auch ein Unterscheidungsmerkmal bezüglich der Intensität der erwarteten Unwetter.
Bisher nur in den Wahrscheinlichkeitskarten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen benutzt, wird diese Schraffur ab 2018 auch in der Categorical-Karte zu finden sein.
Das steigert die Relevanz der Categorical-Karte, die von nun an alle wichtigen Informationen zur Gewitterlage noch detaillierter darstellt.

5. Änderungen an der Schwellenwert-Tabelle

Die Höhe des Severe Threats leitet sich aus den Auftrittswahrschscheinlichkeiten für Hagel, Starkwind, Tornado und Starkregen ab, die sich auf einen Radius von 40 km beziehen. Der dem Zugrunde liegende Schlüssel ist der Schwellenwert-Tabelle (siehe unten, auch in der Forecast FAQ zu finden) orientiert sich an den Convective Outlooks des Storm Prediction Centers in den USA

Beispiel:
Liegt die Hagelwahrscheinlichkeit in einer Region über 15 %, entspricht dies einem Severe Threat 2. Bei Starkwind reichen schon 10% + sig-Schraffur für einen Severe Threat 2, bei Tornado sogar 5% + Sig-Schraffur.

Ab 2018 reichen bereits 5% Starkwindwahrscheinlichkeit für einen Severe Threat 1 (bis jetzt 5%+sig). Somit sinkt der Gesamtschwellwert für einen Severe Threat 1 leicht. Der Grund für diese Herabstufung liegt in der hohen warntechnischen Relevanz von linearen Starkwindereignissen bei voller Baumbelaubung.
Ferner wurden die Skalen für Hagel und Wind auf ein Maximum von 30% (bisher 25%), die für Starkregen auf 40% (bisher 25%) angehoben.

6. Größere Städte in den Warnbereichen

Ebenfalls durch die Convective Outlooks des Storm Prediction Centers inspiriert, werden seit 2016 unterhalb der Warnkarte Informationen über die Fläche und die Anzahl der betroffenen Bevölkerung bezüglich jedes Severe Threats angegeben. Ab der Saison 2018 wird diese Information um größere Städte erweitert, die innerhalb des jeweiligen Severe Threats liegen (siehe obige Abbildung).

7. Weltweite Convective Outlooks

Technisch ist es uns nun möglich, für jede beliebige Region der Welt Convective Outlooks zu erstellen. Dieses Feature wird u.a. dann relevant, wenn wir im Mai diesen Jahres zum Stormchasen in den Vereinigen Staaten unterwegs sind.

Updated: 2. April 2018, 20:00 — 20:00
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