+++ USA-Ticker 2018 +++   (alle Uhrzeiten MESZ)

Tage 1 – 10 Tage 11 – 19
19:40 Uhr 28. Mai 2018

Tag 19 – Tornadowarning!

Tag 3 in New Mexiko. Einmal mehr lagen die Sacramento Mountains im Chase-Fokus, einmal mehr setzten wir auf die ersten Entwicklungen und einmal mehr wurden wir belohnt. Gegen 13 Uhr mauserte sich ein Cumuli zu einer kräftigen Zelle, die recht schnell ein sogenanntes v-notch ausbildete. Dabei handelt es sich um ein v-förmiges Radarsignal; Ein Indiz für einen besonders mächtigen Updraft.
Wir entschieden uns fix ins Gebirge zu fahren – eine voreilige Entscheidung, die wir am Abend bereuen sollten. Nachdem wir zunächst noch einen guten Blick auf den Aufwindbereich hatten, gerierten wir zusehends in den Niederschlagsbereich der Zelle, die laut Doppler-Radar Rotation aufbaute. Über Dirtroads versuchten wir schließlich an die regenfreie Südseite der Zelle zu kommen, was uns aber nicht gelang. Wir brachen das Unternehmen ab und fuhren wieder Richtung Highway. Plötzlich tauchte auf Radar-Scope ein rotes Polygon auf: Unsere Zelle hatte eine Tornadowarnung bekommen!
Kurz vor dem Highway blieben wir kurz stehen und verließen das Auto. Ein seltsames Rauschen erfüllte das Tal. Handelte es sich um sich nähernden Hagel, einen Muhrenabgang oder gar einen Tornado?
Wir verlagerten wieder Richtung Roswell und trauten unseren Augen nicht: Aus dem Niederschlagsbereich tauchte eine lehrbuchhafte Superzelle auf. Der Aufwind schraubte sich wie ein Korkenzieher in den Himmel, während der vorderseitige Niederschlag immer dichter wurde – vor der hügeligen Landschaft New Mexicos ein geniales Motiv. Obwohl wir einige Meilen vom Hauptniederschlag und dem Aufwindbereich entfernt standen, „warf“ die Zelle Hagel bis knapp 4 cm. Noch zwei weitere Male schafften wir es uns vor die Zelle zu positionieren, bevor sie schließlich an Struktur verlor und sich auflöste.
Mittlerweile hatten sich einige neue Zellen entwickelt – die Lage wurde „cluster-lastiger“ und somit unübersichtlich. Wir entschieden uns traditionellerweise das Südende der Neuentwicklungen auszukundschaften – eine richtige Entscheidung. Knapp nördlich von Artesia erblickten wir die nächste fotogene Zelle samt Mesozyklone, deren Existenz aber nur von recht kurzer Dauer war. Die Zelle wurde recht schnell outflow-dominant und danach von der von Westen einfließenden deutlich trockeneren Luft „wegerrodiert“.
Ein erfolgreiches Chase näherte sich dem Ende. Bei unserem traditionellen Applebees-Dinner bekam der Tag aber einen faden Beigeschmack. Die erste tornadobewarnte Zelle hatte tatsächlich einen Tornado produziert, den wir durch unsere Entscheidung ins Gebirge zu fahren verpasst hatten – ärgerlich! Das zwischenzeitliche kuriose Rauschen war wahrscheinlich der Tornado gewesen, den wir aufgrund des Regens und der Berge nicht sehen konnten.
Trotzdem hatten wir einen unvergessliches Chase, das sich definitiv in die Top 5 unseres Trips einreiht.


 


22:57 Uhr 25. Mai 2018

Tag 18 – Sturmjäger NRW Adventure Tours

Es ist Dienstag der 22.5. und erneut waren die Berge westlich von Roswell (Sacramento Mountains) unsere „Battle Zone“. Wir hingen uns schon sehr früh an erste konvektive Entwicklungen wenige Meilen vor Ruidoso und drangen somit wieder weit in die bergige Landschaft New Mexikos vor. Da die Gewitter bis dato von wenig Struktur und kurzer Lebensdauer ausgezeichnet waren, entschieden wir uns für ein paar Minuten die umliegende Landschaft und Felsformationen auf uns wirken zu lassen. Wir fuhren anschließend wieder zurück Richtung Osten um an einem uns vom Vortag bekannten Standort die entstehenden Gewitter abzufangen. Hendrik riss es auf einen nahegelegenen Berg, welcher etwa 200m höher lag. Wenig später zog es den Rest des Teams ebenfalls auf den Berg von dem wir einen unglaublichen Blick über das gesamte Tal genossen. Vor der beeindruckenden Kulisse zog das Wetter wieder die volle Aufmerksamkeit auf sich. Vor unseren Augen entstanden gleich drei Mal hintereinander Gewitter mit rotierenden Aufwindbereichen. Die zweite Entwicklung war so stark, dass sie es bis in die Hochebene vor Roswell schaffte. Wir verlagerten uns entsprechend der Zugbahn des Gewitters entlang des Highways 380 und trafen dort auf eine Reihe weiterer Stormchaser. Gemeinsam betrachteten wir, wie sich das Gewitter und besonders der Aufwindbereich verstärkte und sich glatte („laminare“) Strukturen ausbildeten. Hier hatte sich eine weitere Superzelle direkt vor unseren Augen gebildet.
Um näher an den Updraft zu gelangen, entschieden wir uns einen kleinen Feldweg Richtung Norden zu nehmen. Der anfänglich gute Zustand der Dirtroad änderte sich rasch durch tiefe Wasserlachen und Grasbulten. Die nächsten 30 Minuten waren ein wahres Abenteuer durch die Prärie New Mexikos. Unsere „Dirt Road to Hail“ wie sich im späteren Verlauf noch herausstellen sollte. Das Chase rückte bei unserer Fahrt über diesen Weg in den Hintergrund. Jetzt war es wichtig nicht stecken zu bleiben. Immer wieder sackte das Auto in den Morast des aufgeweichten Untergrundes. Unser Ford Edge hielt aber auch diesen Strapazen stand.
Am Ende des Weges strandeten wir an einem entlegenen Bauernhof. Vom Landwirt wurden wir freundlicherweise über seine Kuh- und Schafweide zur nächsten Straße geschickt. Dies alles fand knapp 5 Meilen von der nächsten Straße und 20 Meilen vom nächsten Ort statt. Wir konnten froh sein, dass wir dort nicht zu Fuß nach Hilfe suchen mussten. Wir waren uns sicher, dass dies ein Abenteuer gewesen ist, für das an anderer Stelle Menschen sogar Geld bezahlen würden.
An der Straße angekommen, registrierten wir weitere Gewitter, die aus der Ferne langsam in unsere Richtung kamen. Außerdem zog uns die Einsamkeit und die untergehende Sonne in unseren Bann. Welch ein Glück, dass nach unserem Offroad-Abenteuer erneut das Wetter die Musik spielte. Die anfänglich schwachen Gewitter entwickelten erneut mesozyklonale Updrafts (rotierender Aufwind) und produzierten unwetterartigen Hagel. So kam es mit Einbruch der Dunkelheit, dass wir von einem Hagelkern erwischt wurden. Unser Auto musste erstmals ein paar Dellen einstecken, während wir im Inneren des Wagens der immensen Geräuschkulisse lauschten. Welch einzigartiges Gefühl inmitten eines Hagelsturmes. Die größten Hagelkörner erreichten an unserem Standort eine Größe von etwa 3cm.
Alles in allem ein unglaublich abenteuerreicher Tag und trotz niedrigem Unwetterpotential einer der besten Chasings, die wir hier in den USA hatten.





 


21:43 Uhr 25. Mai 2018

Tag 16 und 17 – Schicksalsberg

Nach unserem enhanced-Risk Chase lag unsere nächste Target-Area im südöstlichen New Mexiko, wo in den Folgetagen die Gefahr für Gewitter mit Starkwind und Hagel erhöht war. Von Watonga, Oklahoma aus eine weite Strecke, die wir nicht an einem Tag stemmen wollten und daher erstmal bis Amarillo verlagerten. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir ein Western-Freilichtmuseum an der berühmten Route 66.
In Amarillo angekommen, kam es dann am Abend zu einer Konvergenz mit anderen deutschen Chasern. Bei Steak und Bier tauschte man sich über die bisherigen Erlebnisse und die kommenden Tage aus – ein großes Thema war natürlich u.a. der Geuda-Springs Tornado, das absolute Highlight der vergangenen Woche.

Am Tag darauf führte uns der Highway dann wie geplant nach New Mexico, genauer gesagt nach Roswell. Die steppenartige Landschaft mit ihrer unendlichen Weite hinterließ sofort Eindruck, besonders als die Sacramento Mountains am Horizont auftauchten. Da wir dort die Bildung von Gewittern erwarteten, fuhren wir schnurstracks in das Gebirge, wo bereits einige Updrafts hochploppten. Obwohl die Zündschnur augenscheinlich brannte, wollte der Böller nicht explodieren.
Um einen besseren Blick auf die Cumuli zu bekommen, irrten wir auf schotterlastigen Dirtroads ohne Internet Richtung Norden – unserem Ford (W)Edge wurde Einiges abverlangt. Vor uns erhoben sich die Capitan Mountains, ein Teil der Sacramento Mountains. Wegen der recht markanten Erscheinung in der Hochebene von New Mexiko und unserer teilweise recht ausweglosen Situation tauften wir sie „Schicksalsberg“.
Als dann schließlich ein Schild mit der Aufschrift „End of County Maintenance“ auftauchte und sich die ohnehin schlecht befahrbare Straße in eine kaum einsehbare Steinpiste verwandelte, fand unser kurzer Offroadtrip ein jähes Ende. Etwas angefressen aber dennoch beeindruckt von der Berglandschaft ging es wieder zurück Richtung Highway. Dort angekommen bemerkten wir einen deutlich stabileren und geneigten Updraft – ein gutes Zeichen. Als wir im leichten Dunst dann eine Absenkung beobachteten, stieg unser Puls merklich an. Einige Meilen später war klar: Vor uns hatte sich mitten im Tal eine Mesozyklone gebildet.
Wir fuhren etwas näher heran und brachten uns auf einem nahegelegenen Hügel in Stellung. Von dort sahen wir die laminar geschichtete Wolkenbasis und den gut ausgeprägten vorderseitigen Abwind (foreward flanking downdraft, FFD), der seine Regenfluten am Berghang entleerte. Nachdem wir Fotos und Videos gemacht hatten, entschieden wir uns in den Kernbereich der Zelle zu fahren („corepunshing“). Während zunächst noch großtropfiger Regen fiel, kündigte ein charakteristisches „klock, klock“ auf dem Autodach Hagel an. Letzterer erreichte Korngrößen bis 2 cm, wobei wir später am Straßenrand aber auch Körner bis 3,5 cm im Durchmesser finden konnten, die offensichtlich vorher gefallen sein mussten. Unser erster Hagel in den Plains und es sollte nicht der letzte sein.
Erschöpft von den Eindrücken dieses spannenden und erfolgreichen Chasings, kehrten wir im Applebees in Roswell ein. Dort trafen wir viele weitere Stormchaser, mit denen wir einmal mehr unsere Erfahrungen austauschen konnten, während draußen fortwährend Blitze den Nachthimmel erleuchteten.





 


13:36 Uhr 21. Mai 2018

Tag 15

Das Ergebnis der morgendlichen Lagebesprechung des 19.5. in Salina führte uns von unserem Standort im zentralen Kansas wieder Richtung Süden. Das Tornadopotential sollte mit 5% am heutigen Tage das höchste der bisherigen Reise sein. Auch vom SPC wurde uns durch die veröffentlichten Lageeinschätzungen Mut gemacht heute wiederholt erfolgreich zu sein. Die Erwartungen an die Wetterlage wuchsen demnach auch im Team der Sturmjäger NRW.

Leider kam es bereits deutlich früher als es die Modelle berechnet hatten zur Bildung einer Superzelle mit großem Niederschlagsbereich (HP Superzelle). Keiner der uns bekannten Sturmjäger hatte seine Karten auf diese Entwicklung gesetzt. Zudem machte es uns die Zuggeschwindigkeit erstmals schwierig überhaupt an den Gewittern dran zu bleiben. Hinzu kam, dass der negative Einfluss des Systems auf den weiteren Verlauf der Gewitterlage immens war. Einzelne kurze Gewitter entstanden zwar noch in der Zielregion, doch unsere Erwartungen konnten diese bei weitem nicht erfüllen. Dies schien wohl unser erster Flop in den USA zu werden. Wir beschlossen daher uns bereits für ein paar entspannte Tage Richtung Texas zu verlagern. Dank des Eifers unseres Teams blieb uns eine Neuauslöse etwa 80 Kilometer entfernt, entlang unserer Route, nicht unentdeckt. Nach wenigen Minuten und weiteren Radarbildern war uns klar, dort hatte sich westlich von Enid in Oklahoma eine Superzelle gebildet. Wir waren sicher, in Kürze müsste es für die Zelle auch eine Tornado Warnung geben. Diese erschien tatsächlich wenige Minuten später auf den Bildern der RadarScope App. Um die Zelle noch rechtzeitig zu erreichen, reizten wir die Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Straßenverhältnisse bis aufs Äußerste aus. Um die Zelle optimal anzufahren verlief der Letzte Teil der Jagd über eine der zahlreichen „Dirt-Roads“, welche Aaron souverän passierte. Für das eingegangene Risiko wurden wir mit einem unfassbar schönen Aufwindturm, welcher sich wie ein Korkenzieher in die Höhe schraubte, belohnt. Die Rotation war erneut mit bloßem Auge erkennbar und es schlungen sich wiederholt laminare Wolkenstrukturen in den „Updraft“. Atompilzartig schoss ein weiterer Aufwind in die Höhe. Wahnsinn, welche Dynamik hinter dieser klassischen Superzelle steckte. Kurz darauf entfernte sich der Aufwindbereich vom Niederschlagsbereich, was den Sterbeprozess des Gewitters einleitete. Im Licht der untergehenden Sonne genossen wir die letzten Minuten einer so schönen Gewitterzelle. Somit hatten wir noch ein versöhnliches und erneut beeindruckendes Ende eines ansonsten eher enttäuschenden Gewittertages in den Great Plains.










 


11:07 Uhr 21. Mai 2018

Tag 14

Am 18.5. starteten wir unseren Chase in McCook, Kansas, wo wir in der vorhergehenden Nacht lange nach einer Unterkunft suchen mussten. Leider verschliefen wir dann nicht nur ein Gewittersystem (MCS), welches in der Nacht vorbeizog, sondern auch das Frühstück. Fast schon Alltag, wenn man oft bis weit in die Nacht hinein unterwegs ist. Für unsere Jagd nach Gewittern fuhren wir die Region um Garden City an. Dort erwarteten wir die höchste Wahrscheinlichkeit für unwetterartige Entwicklungen. Schon sehr zeitnah entwickelten sich über dem Norden von Oklahoma eine Reihe von Gewittern welche sich unserem Standort zügig näherten. Leider blieb uns heute nur die Chance, die Gewitter von der Rückseite anzufahren. Glücklicherweise entstanden auch an diesem Tag die Aufwindbereiche immer wieder auf der Rückseite der Gewittercluster, was uns den Blick auf die spannenden Bereiche der Gewitter ermöglichte. Leider führt dieses Verhalten selten zu langlebigen Gewittern mit denen wir in Teilen am heutigen Tage gerechnet hatten. Belohnt wurden wir trotzdem mit wunderschönen Mammaten, welche besonders unserem Teammitglied Daniel Freude bereiteten (Es sind seine Lieblingswolken). Als wir uns aufmachten, um uns nach Norden zu verlagern, bemerkten wir zu unserer Überraschung noch einen Funnel, der sich aus dem Updraft einer nahegelegenen Gewitterzelle schlängelte. Unser Soll war mit diesem kurzen, aber tollen Erlebnis wieder mal erfüllt. Am Abend versuchten wir im Hinblick auf die Folgetage Richtung Salina in Kansas zu fahren und auf dem Weg dorthin noch ein starkes Gewittersystem mit heftigen Windböen abzupassen (Bow Echo). Leider schwächte sich das Gewitter kurz vor unserem Standort massiv ab, ein Gefühl was wir nur zu gut aus der Heimat kannten.













 


11:52 Uhr 19. Mai 2018

Tag 13 – Flopp! Achne, doch nicht

Nach unserer langen Verlagerungsfahrt von Amarillo, Texas nach Sterling, Colorado am Mittwoch, war gestern erstmal ausschlafen angesagt. Mit einem ausgiebigen typisch amerikanischen Brunch stärkten wir uns und saßen gegen 13 Uhr wieder in unserem Ford Edge. Die „Battle Zone“ in Form eines Slight Risks lag diesmal im 3-Staateneck von Nebraska, Colorado und Kansas. Wir fuhren ein Stückchen nach Norden und brachten uns bei Sidney, Nebraska in Stellung. Nun war Warten angesagt – langes langes Warten … Warten beim Chase kann zermürbend sein, besonders dann, wenn man merkt, dass die atmosphärischen Parameter nicht den Erwartungen bzw. Vorhersagen entsprechen. Im gestrigen Fall war es die recht niedrige bodennahe Feuchte, die unsere Hoffnung auf Unwetter peu à peu schwinden ließ. In Zahlen: Der vorhergesagte Taupunkt lag bei rund 15 Grad, der gemessene bei rund 13; Und zwei Grad Taupunktsunterschied können viel ausmachen, wenn es um die potentielle Energie von Gewittern geht.
Plötzlich war es 18 Uhr und bis auf leichten Regen mit einigen Blitzen westlich von uns passierte nichts. Das ganze Erinnerte bisweilen an so manches legendäres Belgien-Chase bei dem wir 100te km für 2 Blitze abgespult hatten.
Den Flopp vor Augen gaben wir dem unfotogenen Kram noch 30 Minuten sich zu entwickeln – die beste Entscheidung des Tages. Denn plötzlich erfuhr der „Kram“ einen „Push“, als der mächtiger werdende Coldpool (Stichwort Niederschlagsverdunstung) begann mit der vertikalen Windscherung wechselzuwirken. Folglich begann sich das System linear zu organisieren und bildete eine sehr ansehnliche Shelfcloud aus. Trotz des linearen Charakters schafften wir es uns 2 Mal vor die Linie zu setzen – wir waren die Gejagten. Die Verfolgungsjagd der besonderen Art endete am Lake McConaughy in Südnebraska, wo wir uns von der Shelfcloud des sich mittlerweile zu einem Bowecho gemauserten Systems überrollen ließen. Einmal mehr wurde unser nunmehr sehr erfolgreiches Chase von einer hochfrequentigen Blitzshow abgerundet.

Die Geduld hatte sich bezahlt gemacht!
Lieber eine halbe Stunde länger Warten und den Gewittern Zeit geben – das war die Lehre, die wir aus diesem Chase ziehen konnten.

Die heutigen Gewitter bereits im Hinterkopf, verlagerten wir noch am Abend nach Süden und übernachteten bei McCook im äußersten Süden von Nebraska. In den kommenden Tagen steigt das Unwetterrisiko in den Plains nochmal an – wir sind gespannt.




 


21:33 Uhr 17. Mai 2018

Tag 11 und 12 – Still on fire

Was macht man mit seinem Tag, wenn man am Vortag 3 Tornados gesehen hat?

Vor dieser Frage standen wir vorgestern! Nachts hatten wir uns eigentlich noch fest vorgenommen, den Tag ruhig anzugehen und uns nach einer Woche Dauerchasen und den unglaublichen Erlebnissen mal wieder etwas zu sortieren (Wäsche waschen, Auto herrichten etc.).

Als das SPC dann morgens doch ein flächiges „Slight Risk“ ausrief, war die Entscheidung jedoch schnell gefällt: „Still on fire after our first Tornado!“

Eilig wurden die nötigsten Besorgungen erledigt und gegen 12 waren wir wieder voller Tatendrang auf der Straße.

Wir nahmen ein gutes Stück Fahrt auf uns und fuhren bis ins südliche Texas Panhandle, wo wir mit zwei gut organisierten Zellen belohnt wurden!

Früh fiel uns bei dem kräftigeren der beiden Gewittersysteme der heftige Outflow auf, welcher große Mengen an Staub aufwirbelte. Wegen der bereits fortgeschritten Tageszeit und dem Interesse an der Intensität des Gewitters entschieden wir, uns überrollen zu lassen. Auf den weiten und freien Feldern konnten wir spüren, wie der Wind eindrucksvoll an unserem Auto zerrte. 126 km/h zeigte unser Windmesser – voller Orkan, ein Gewitter, das in Deutschland nicht ohne Folgen gewesen wäre!

Gestern machten wir dann tatsächlich eine Chasepause, da uns der Blick in die Wetterkarten Richtung Norden treibt. Dort entstehen die nächsten Tage immer wieder interessante Overlaps aus Instabilität und Dynamik, wir sind gespannt!





 


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